Snakebites

Mir ist schlecht. Die Luft ist kalt und schmeckt nach Rauch und Zuckerwatte. Wir sollen mutig und offen sein. Doch jedes mal wenn ich aus mir herauskomme, häute ich mich wie eine Schlange, und Geheimnisse sind Seelenhäppchen, die wir anderen zum Fressen vorwerfen. Ich bin nackt und habe Hunger.

Papermoon

Der Mond hat die Farbe von gelblichem Papyrus. Inmitten gleichgroßer, fast schon symmetrisch angeordneter Wolken, sieht die Kulisse aus wie aus einem Bilderbuch. Als hätte man alle Dinge dieser Welt absichtlich dort platziert, wo sie sind. Auch mich. Das heißt, es gibt vielleicht einen Gott und er weist mir den Weg.

Stellt euch nur mal vor, alle Welten würden tatsächlich existieren, die Autoren jemals geschrieben haben. Aber selbst Gott kann nichts an dem Schicksal dieser Figur ändern, denn das Buch wurde längst geschrieben. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum ich nicht bete. Nicht, weil ich an keinen Gott glaube, wo doch so viele Mächte auf mich einwirken, sondern weil ich an Schicksal glaube. Es gibt so viele, die an ein Gleichgewicht von gut und böse Glauben, auch ich bin eigentlich ein Karmavertreter, doch das hieße ja, dass Trauer durch etwas ausgeglichen werden kann. Und das geht in meiner Papermoonwelt nicht.

Trauer ist das schwerste aller Empfinden. Sie kann nicht leuchten wie der Mond, sie hat auch keine abstrakte Form wie eine Wolke, die man verzerren kann, bis sie einem in den Himmel passt. Trauer hat kein Gesicht, sie ist ja nicht mal eine Farbe. Man kann sie in kein Bilderbuch malen und dort platzieren, wo man sie haben will. Sie ist einfach nur schwer. Was kostet die Welt?

Kopfspiel

Hier sind Graffitis auf dem Boden, weil an der Wand kein Platz mehr ist und die Mauern zwischen uns niemand sieht. Ein Kugellabyrinth. Mein Kopf, der durch emotionale Mauern rollt. Mir ist schwindelig. Einsamkeit ist ein Brunnen und jeder, der mir nahe kommt, fällt selbst hinein.

Was tot ist kann nicht sterben. 

Foo Fighters. Erinnerungen preschen auf mich nieder wie Scherben. Viel zu viele, ich bin glashagelvoll. Butterfly. Crazy Town. Sie zwingen mich nach unten zu gucken und Demut vor ihnen zu zeigen. Can I Kick It? Eine Autoplaylist begleitet mich dabei. Sie dudelt auf mich ein, ohne dass ich sie wirklich wahrnehme. Stacy´s Mom. Ich glaube die Musik ist schlecht, aber ich habe lieber schlechte Musik als keine Musik. OutKast. Wenn dir irgendwann mal eimerweise Glasscherben auf den Körper regnen, dann willst du das Rauschen in den Ohren auch übertönen. Will Smith. Ein Kunde hat mir eben erzählt, dass er sich tätowieren lässt, während sein Arbeitsteam einen Ausflug zum Friedhof der Stadt macht. Eben fand ich das noch lustig, ein Wandertag auf den Friedhof, what? Aber in mir drin ist schon so viel mehr gestorben, als jemals sterben kann. Wärst du mal mit zum Friedhof gegangen. Ready To Die. W.K. – Aber was tot ist, kann nicht sterben.